geektour.de

Schwachfug

„It's noise love, ain't it? Noise!”

B&B-Ratings

Hotel Mama Wiese
*!*!*!
Copperfield Hotel
**
Seafield's
***
The White House
***
Anderson's Guesthouse
***!
Greyholme Guest House
***
Clanfield Guest House
***
Cameron House
**-
Argyll Lodge
***
Auld Ayr
***
Trevann Guesthouse
**

geektour.de - there is no place like !home.

Geektour.de ist zurück. Mehr Blog, mehr Geeks, mehr Großbritannien. Dieses Jahr fahren Christian und Julien für zwei Wochen nach Schottland. Antworten auf Fragen wie „gibt es Nessie wirklich?” oder „sind alle Highlander unsterblich?” sowie die Chill-Philosophie schottischer Schafe gibt es hier in den nächsten Wochen zu entdecken.

Countdown: t - 12 Stunden

Hannover, Freitag, 13. 7.2007 - 19:35 GMT

Frei nach der ersten großen Tugend eines jeden Programmierers („Faulheit”) treffen wir gerade die letzten Vorbereitungen für unsere Abreise morgen Früh.

Julien frisst sich schon mal satt und organisiert allerlei Essen, ich packe meine Reisetasche, weil ich der absolute Last-Minute-Typ bin. :P

Stay tuned, in Kürze gibt's mehr Neuigkeiten!

In den Startlöchern

Davenstedt, Samstag, 14. 7.2007 - 7:14 GMT

Gleich ist es soweit. Ich bin viel zu früh bei Christian angekommen, der jetzt gerade duscht. Und meine Mutter hat die Frikadellen nicht in die Kühlbox getan (ja, ich lebe noch im Hotel Mama und lasse mich ergo von vorne bis hinten bedienen). Das Wörterbuch ist auch irgendwie im Schrank liegengeblieben... Wir fahren also nochmal nach Devese. Macht aber nix, kennen wir ja schon von den Badelatschen.

Unsere Reise wird uns jetzt als erstes nach Holland führen, dann nach Antwerpen, der Stadt des Grauens, und von dort nach Frankreich. Ob wir in Callais oder in Dunquerque übersetzen, steht noch nicht fest. Hängt primär wohl von der Zeit ab, denn schliesslich soll es heute noch bis nach Weymouth, wo wir bereits ein Bed & Breakfast gebucht haben.

So langsam sollte Christian fertig sein. Mir bleibt also, uns einen spannenden und erholsamen Urlaub zu wünschen. Ja, wir fahren vorsichtig und melden uns sobald wir angekommen sind.

Zeichnung von Felix Meyer, der leider diesmal nicht dabei ist. Vielen Dank! (für die Zeichnung ;))

Beware, England, we are coming!

Frikadellen in Not!

Weymouth, Sonntag, 15. 7.2007 - 14:56 GMT

Beinahe wären wir ohne Frikadellen aufgebrochen!
Durch rasches Handeln im entscheidenden Moment konnte Juliens Mutter (gleichzeitig auch Herstellerin selbiger Frikadellen) diese grausige Ausgangssituation jedoch noch abwenden.

Die Nahrungsfrage nun geklärt brachen wir auf und wurden positiv überrascht vom Verkehrsaufkommen, wir hatten mit Schlimmerem gerechnet. Im Pott war eine Ausfahrt bei Dortmund gesperrt, so dass wir einen größeren Schlenker machen mussten um wieder auf unsere Route zu kommen.
Zäh fließenden Verkehr gab's nur in den Niederlanden 2x, direkt hinter einander:
Einmal, weil Bauarbeiter ein unbemanntes Fahrzeug als Absperrungsgrund für ausreichend hielten und das andere mal, weil die Bauarbeiter selbst rumsaßen und chillten. Mittagspause auf der Überholspur quasi.

Ab dann war der weitere Weg recht ereignislos (sogar das legendäre Antwerpener Autobahnchaos bezwangen wir im ersten Anlauf) bis auf mehrere Grenzüberquerungen, bis wir von der Hauptroute einen kleinen Abstecher zum Dunkerquer Fährenterminal machten.
Dort mussten wir erfahren, dass Samstag wohl entgegen allen Vermutungen eher ein schwacher Geschäftstag für Fährunternehmen ist, denn die Fähre die wir gerne gehabt hätten, fährt samstags nicht.
Dunkerque ist also doof.

Calais hingegen bestach wie eh und je durch einen kurzen Abfahrts-Takt und invers proportionale Preise.
Um 16:55 MESZ fuhr unsere Fähre von dannen und wir mit ihr - Die Insel ruft!
Unsere Fähre war relativ mickrig, keine DDR-Maschine, Außendeck nur hinten ein paar Quadratmeter, sonst nichts los.
Halb so schlimm, denn es dauerte nur bis um 17:25 BST (d.h. Deutschlandzeit -1 Stunde) und schon waren wir da.

Am Ziel waren wir jedoch noch nicht, schließlich wollten wir direkt bis nach Weymouth vorstoßen, denn Süd-England hatten wir auf früheren Fahrten bereits ausgiebig erkundet.

Englische Autobahnen sind ja bekantermaßen garnicht so verschieden von unseren eigenen. Sie sind nur ein bisschen falschrum, viel schlechter geteert und das Speedlimit nervt ein wenig. Zum unserem Glück gab es auch hier keine nennenswerten Zwischenfälle (bis auf den Wagen vor uns mit der im Wind wehenden Stoßstange...). Beim McDonald's, das wir bereits von unseren beiden Sprachreisen kennen, kehrten wir ein.

Gegen 22:15 erreichten wir dann endlich Weymouth. Logistischen Vorausplanungen sei Dank wartete dort auf uns bereits ein Zimmer in einem B&B.

Ein Tag in Weymouth

Weymouth, Montag, 16. 7.2007 - 10:46 GMT

Unser B&B liegt unweit der Strandpromenade und ist an sich ganz nett. Das Zimmer ist sauber, wenn auch von pink und rosa dominiert (Felix, das ist ein Zeichen!). Leider ist es nicht en-suite (d.h. mit eigenem Bad, denn B&B != Hotel). Die Dusche ist im ersten Stock, das Klo direkt neben unserm Raum, der mit einer wunderschönen Aussicht in den Hinterhof und gegen eine Mauer auftrumpfen kann.

Das Frühstück ist reichhaltig. Doch zu unserem Glück erspähten wir frühzeitig das Objekt des Grauens am Nachbartisch...
„Full English Breakfast please, but no Black Pudding for me.”

Der Sonntag verlief recht ereignislos. Wir deckten uns mit neuen Getränken ein und fuhren dann zu den Stapletons, unseren ehemaligen Gasteltern. Die wohnen jetzt in einem Mehrfamilienhaus, was für England eigentlich eher ungewöhnlich ist. Sowohl unsere zahlreichen Mitbringsel essbarer Natur als auch Felix' Zeichnung wurden dankbar entgegen genommen.

Einige Liter Tee später fuhren wir in die Stadt, suchten das Internetcafe auf und kauften eine neue SIM-Karte bei O2. Wenn Ihr uns anrufen wollt heißt das keine (trotz neuem Gesetz nach wie vor überteuerten) Roaming-Gebühren für uns sondern ein Auslandshandygespräch für Euch.

Auch den Nachmittag verbrachten wir bei den Stapletons, aßen zu Abend und begaben uns dann erneut in die Stadt, um in einem Pub den Tag ausklingen zu lassen. Getränke selber holen ist irgendwie seltsam, aber hier ganz normal.

Alles in allem ein wenig spektakulärer Tag, aber dennoch sehr interessant und unterhaltsam. Wir haben jede Menge Englisch gesprochen und mit der englischen Mentalität sozialisiert.

Das Brot ist tot

Ayr, Mittwoch, 18. 7.2007 - 12:17 GMT

Montag früh fuhren wir, nachdem wir unser B&B verlassen hatten, in die Stadt, um im Internet-Cafe die Webseite zu updaten.

Von Weymouth aus traten wir nun also den Weg nach Norden an. Da es sich hier wieder um ein größeres Stückchen Weg handelte, gedachten wir eigentlich, Autobahnen zu benutzen...
Unser Navigationssystem hatte jedoch andere Pläne und schickte uns über diverse weniger als einspurige Straßen zu einer weiter im Norden gelegenen Autobahnauffahrt. War wahrscheinlich im Endeffekt kürzer, für uns hieß das vor allem jedoch viel Achterbahn fahren auf steilen, schmalen Straßen.

Wie Autobahnen so sind, ist unterwegs nicht viel passiert. Als Ziel für den Tag hatte ich Windermere ausgesucht, jedoch war unser auserkorener Campingplatz nur für Wohnmobile gedacht, so dass wir ein Stück zurück fahren mussten um unser Zelt aufzuschlagen.
Bevor wir dies taten, besorgten wir uns in einem teuren örtlichen Supermarkt Brot, Frischkäse, Pseudo-Butter, Pseudo-Nutella, Tomaten für Julien und Äpfel für mich.
Anschließend ging es zum Zeltplatz, wo wir bei den ersten Versuchen, unser Zelt aufzubauen, unverhofft Hilfe von einem schwer zu vestehenden Schweizer bekamen.
Dank dessen Hilfe war unser Zelt in der Rekordzeit von 21 Minuten errichtet.

Da es auf dem Campingplatz auch was zu essen gab, nahmen wir diese Gelegenheit wahr und hoben uns unsere eigenen Essensressourcen für später auf.
Nach dem Essen spielten wir noch eine Runde Pool mit nicht nummerierten Kugeln, bevor wir zum Sonnenuntergang einen kleinen Spaziergang durch die stark von Schafen dominierte Landschaft unternahmen.
Leider war es relativ bewölkt, so dass wir nicht all zu viel zu sehen bekamen.

Die Nacht war kühl und nass, da es irgendwann anfing zu regnen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass meine Iso-Matte kaputt ist, die bläst sich nicht mehr wirklich auf.

Dienstag standen wir deshalb mitten im Regen auf, um duschen zu gehen, was eher suboptimal war. Nachdem wir dies hinter uns gebracht hatten, aßen wir von unserem Brot und den restlichen Dingen, die wir eingekauft hatten. Dabei konnten wir durch das Fenster der kleinen Hütte, in der wir das taten, einen anderen Reisenden beim verzweifelten Versuch beobachten, sein Zelt im strömenden Regen aufzubauen.
Als er sich bei uns unterstellte, boten wir ihm eine Scheibe unseres köstlichen Brots an und verwickelten ihn in ein Gespräch. Er ist Londoner, war auf dem Weg zu einem Buddhisten-Festival (was auch immer das sein mag) und hat das letzte mal Computer programmiert, als man das noch in Maschinensprache tat.

Zu unserem Glück legte der Regen kurze Zeit später eine kleine Pause ein, die ziemlich genau ausreichte, um unser Zelt in Windes Eile abzureißen.
Es war zwar noch irgendwie klitschnass, aber eine bessere Idee kam uns gerade nicht.
Da das Gewitter in der Nacht das Computer-Equipment der Campingplatz-Verwaltung frittiert hatte, musste die arme Frau hinter'm Tresen alles per Hand ausrechnen.

Einige Pfund leichter setzten wir nun also unsere Reise fort, diesmal in Richtung Ayr und somit endlich auch nach Schottland.
Unterwegs sahen wir, noch im Lake District, einige sehr prächtige Seen und noch mehr smiley.
Halt vor Ländergrenzen macht auch ALDI nicht, so dass wir in Dumfries ein wenig bei selbigem shoppen konnten.

Auf der Fahrt nach Ayr besetzten wir den erstbesten Parkplatz und führten uns den Rest des Brotes zu Gemüte.
So gestärkt blieb nur noch der restliche Weg nach Ayr übrig, den wir auch schnell zurücklegten. Ein B&B war schnell gefunden, so dass wir noch Zeit hatten, chinesisch zu speisen und Shrek 3 in einem Kino zu gucken, das kleiner als Klassenräume in deutschen Schulen war, bevor wir zu Bett gingen.

Fresh Ayr & The National Trust

Balloch (danke Mike!), Donnerstag, 19. 7.2007 - 12:23 GMT

Federkernbetten sind böse. Man will nach einer Nacht auf einer gar nicht aufstehen!
Irgendwie gelang uns dies jedoch noch rechtzeitig, um ein leckeres Full Scottish Breakfast zu genießen - ohne Black Pudding.
Unsere gestern unbeantwortete Frage nach einem Internet-Cafe wurde nun mehr oder weniger zufriedenstellend beantwortet:
„Ja, es gibt ein Internet-Cafe. Mein Sohn sagt, es ist im Ayr College.”

Voller Tatendrang stiefelten wir also quer durch die halbe Stadt um das College zu suchen, was sich als recht leicht herausstellte. Leider war die nette Dame an der Information total überfragt und konnte uns auch nach Rücksprache mit ihrer Kollegin nicht weiterhelfen. Es gäbe wohl in der ganzen (relativ großen) Stadt kein Internet-Cafe. Also zurück zum Auto und Internet auf andere Art und Weise beschaffen.

Von Ayr aus fuhren wir ein Stückchen nach Süden um Culzean Castle zu besuchen, von dessen Existenz wir beim Frühstück erfahren hatten, da am Nachbartisch lautstark davon erzählt worden war.
Einige Kurverei später erreichten wir selbiges und stellten erfreut fest, dass es sich um ein vom National Trust for Scottland gepflegtes Objekt handelte. Der National Trust ist eine Organisation, die sich um Bau- und Kulturdenkmale kümmert.
Eintritt für Schloss und Gärten: Ł 12. Einjährige Mitgliedschaft inclusive freiem Eintritt in alle Sehenswürdigkeiten: Ł 15. Wir ließen uns widerstandslos rekrutieren und können jetzt jede Menge Schlösser, Burgen, Gärten und Steinhaufen für Lau ansehen.

Das Castle selbst liegt direkt an der Küste, umgeben von einer Menge Landschaft, und ist sehr gut erhalten. Da könnte man direkt noch drin wohnen, nur die Touristen würden ein bisschen stöhren. Vielleicht gewinnen wir ja das Preisausschreiben und dürfen dann ein Wochenende im Eisenhower-Appartment wohnen, einem Stück Schloß das der Trust Ex-US-Präsident Eisenhower überlassen hatte und das jetzt wieder der Organisation zur Verfügung steht.

Auch die Gartenanlage wird gut gefplegt. Alles in allem eine nette Erfahrung, zumal das gute Wetter und die milden Temperaturen zum flanieren und chillen einluden.

Da man ja bekanntlich aufhören soll, wenn's am schönsten ist, fuhren wir weiter und landeten direkt in einem ziemlichen Regenguß. Der Aufenthalt in etwa 10cm auf der Autobahn stehendem Wasser wurde durch den Auffahrunfall weiter vorne noch versüßt, so dass wir viel Zeit hatten, uns die leider etwas zu übergewichtigen jungen Damen im Auto nebenan visuell zu Gemüte zu führen und kleinen Engländern die Evil Horns entgegenzustrecken, welche mit Begeisterung erwidert wurden.

Schliesslich war auch dieses Hindernis überwunden und die Fahrt ging weiter Richtung Glasgow. Unglücklicherweise waren dort diverse Autobahnausfahrten gesperrt, was uns zwang, direkt in der Innenstadt abzufahren. Ergo verbrachten wir etwas Zeit damit, aus dem Feierabendverkehr wieder heraus zu finden.

Eigentlich war unser Plan (nicht der für die Weltherrschaft, der ist noch nicht ganz fertig), in der Großstadt zu nächtigen. Er wurde allerdings von der Abwesenheit einer Übernachtungsmöglichkeit auf hinterlistigste Art und Weise durchkreuzt und wir entschieden, doch lieber weiter Richtung Norden zu fahren und fanden schließlich in Alexandria eine preisgünstige, zufriedenstellende Bleibe.

So blieb uns für den verregneten Abend nichts weiter übrig, als im örtlichen McDonald's einzukehren und für jeden deutschen Touristen den wir an diesem Tag getroffen hatten, einem Cheeseburger den Garaus zu machen. (Für die vier Schweizer gabs einen Salat.)

Loch hier, Loch da

Fort William, Freitag, 20. 7.2007 - 10:47 GMT

Nach einer gemütlichen Nacht in der Argyll Lodge begannen wir eine mittlere Irrfahrt auf der Suche nach dem Internet. Die örtliche Bibliothek in Alexandria hatte zwar Internet, jedoch keine Möglichkeit einen eigenen Computer zu benutzen.

Balloch, der Nachbarort, hatte wohl mal ein Internetcafe, das war jedoch mittlerweile geschlossen, abgerissen oder gar vom Erdboden verschlungen - wir haben es nirgends gesehen.
Stattdessen haben wir die Bibliothek in Balloch aufgesucht, da uns gesteckt wurde, dass diese eventuell unsere Bedürfnisse befriedigen könnte.
Nachdem wir dort hin gefunden hatten, beglückte uns ein edler Spender (wir nennen ihn mal völlig grundlos „Mike”) mit Internet-Zugang via Wellenfunk (WLAN), noch bevor wir die Bibliothek überhaupt betreten hatten.
Sehr praktisch.

Ein Webseitenupdate und ein paar dringend nötige technische Änderungen an unserer mobilen IT-Hardware später, ging die Reise nun weiter in Richtung Glencoe & Dalness.
Da die Landschaft hier allerdings unterwegs so viele sehenswerte Klein- und Großode zu bieten hat, brauchten wir für diese eigentlich gar nicht so lange Strecke dank diverser Stopps, Foto-Sessions und einer kleinen Wanderung doch etwas länger als geplant.

Somit entfiel der Besuch des Glenfinnan Monument vorerst, da wir erst um ca. 17:30 in Glencoe aufbrachen und noch eine Schlafgelegenheit finden mussten.
Dazu fuhren wir weiter bis zum nächsten größeren Ort, Fort William.

Unsere Idee, direkt das erste B&B zu nehmen, das freie Zimmer hatte, war eine schlechte.
Der alte Kauz, der zwar freundlich, zahnlos und weniger wohlriechend war, verlangte vergleichsweise wenig für seine Gastfreundschaft, jedoch war das schnell durch das spartanische Zimmer und das ausschließlich kalte Frühstück erklärt.
Nachdem wir unsere Taschen auf's Zimmer gebracht hatten, fuhren wir noch in die Stadt um unsere Bäuche zu füllen.
Auf unserem Weg dort hin jedoch sahen wir, dass es diverse weitere B&Bs mit freien Zimmern gab, die deutlich einladender erschienen.

Vollgefressen mit indischen Leckereien entstand so der Beschluss, zu türmen und ein neues B&B aufzusuchen. Da unser freundlicher Kauz nicht zu Hause war und ein Blick in's Gästebuch („We enjoyed the Whiskey with you!”) unser Bild von der Gesamtsituation nicht verbesserte, stellten wir sicher, dass die Luft rein war, schnappten uns unsere Siebensachen und nahmen die Beine in die Hand.

Einmal die Straße rauf gefahren war schnell Ersatz gefunden - zwar für einen höheren Preis, dafür aber En-Suite, mit warmem Frühstück, Fernseher, fließendem Wasser, ab Mitternacht verschlossener Haustür und sauberen Betten.
Hier genossen wir den Rest des Abends, halb fernsehend (Eine Doku über „Prussian Blue”? Kennt den Scheiß wer?), halb programmierend (siehe rechts) zur Kulisse blökender smileye.

P.S.: Unser Zelt ist jetzt wieder trocken.

Filmreif

Inverness, Samstag, 21. 7.2007 - 10:52 GMT

Der Freitag (ja, wir wissen noch, welchen Tag wir haben, es steht unten rechts in dem kleinen Fenster neben der Uhrzeit...) begann mit einem Frühstück, das zwar auch Tee, Toast und Butter enthielt, aber von Schinken, Ei und Würstchen komplettiert wurde. Unsere Flucht hatte sich also durchaus gelohnt.

Nachdem wir das örtliche Internet-Cafe aufgesucht hatten, in welchem sich natürlich, genau wie bereits auf dem Weg dort hin, zahlreiche andere Deutsche befanden, gingen wir noch bei Morrison's einen Haufen Essen besorgen.

Gut mit Nahrung versorgt machten wir uns auf den Weg zum Glenfinnan Monument, einer großen Steinsäule am Loch Shiel.
Von dort aus hat man nicht nur einen wunderbaren Ausblick über das Loch, sondern kann in die andere Richtung auch eine gewisse Eisenbahnbrücke erspähen, die der eine oder andere eventuell aus einer Filmreihe kennt, deren schriftliche Grundlage in den nächsten Tagen einmal mehr erweitert wird.
Die Rede ist natürlich von Harry Potter. Die Brücke wirkte im Film nur irgendwie größer, und Häuser und Parkplätze gabs da auch keine zu sehen... moderner Technik sei Dank.

Nächstes Ziel war Loch Ness. Genauer gesagt: Urquhart Castle, eine über dem Loch tronende Burg aus dem 12. Jahrhundert. Oder was davon übrig geblieben ist.
Neben einer Menge Steinen gab es vor allem jede Menge Touristen, natürlich auch wieder mehr als nur eine Handvoll Deutsche zu sehen. Der leider etwas bewölkte und nebenbei bemerkt etwas zugige Ausblick über Loch Ness war den Aufwand aber dennoch wert.

Da es bereits nach 17h war beschlossen wir, in Inverness eine Bleibe zu finden... suchen.
Die relativ große Hafenstadt, deren Hafen scheinbar groß genug ist, das Clubschiff AIDA aufzunehmen (Christians Bruder ist gerade mit besagtem Schiff unterwegs hat von Inverness aus Urquhart Castle besucht), hat B&Bs an jeder Ecke. Leider waren die so ziemlich alle voll. Die die nicht voll waren, waren viel zu teuer, bot man uns doch einen Raum für Ł 72 die Nacht an.
Einige Kurverei später fanden wir dann doch noch ein Zimmer mit einem großzügigen, einladenden Bett und einer netten alten Dame.

Auf in die Innenstadt zwecks Futtersuche. Keine 20 Meter weiter begegneten wir einem verzweifelten jungen Franzosen der ganz dringend einen Platz zum Schlafen suchte. Ob wir wüßten, wo hier der nächste Campingplatz sei, fragte er, denn er habe schon sehr viele B&Bs durchprobiert. Ein Blick auf unsere Landkarte (ja, die aus Papier) half leider nicht besonders gut weiter und wir mußten den Seelenverwandten, der allerdings mit seiner eher unansehnlichen Freundin unterwegs war, von Dannen ziehen lassen.
Auf dem Weg in die Stadt liefen wir an vier B&Bs mit Vacancies-Schildern vorbei.

Zum Abendessen gab es Chinesen. All-you-can-eat Chinesen. In einem wirklich großen, gut besuchten Laden.
Voll und glücklich kugelten wir die Treppe hinunter zum Ausgang, wo wir den freundlich aussehenden Türsteher fragten, ob es denn ein Kino in der Nähe gäbe.
Die Antwort war wenig zufriedenstellend. Das Kino sei außerhalb der Stadt im Retail Park.
Da wir auf unserer Suche nach einer Schlafgelegenheit dort schon vorbeigekommen waren, wagten wir uns ohne Navigation auf die Suche, trafen unterwegs noch ein paar metalphile Jugendliche die headbangenderweise auf der Straße herumsprangen nachdem sie unsere Evil Horns erspäht hatten, und fanden zwar den Retailpark, aber kein Kino.
Von einem neben uns an der Ampel wartenden Taxi erfuhren wir, dass das Kino „da hinten rechts” sei. Blöd nur, dass die Straße unmittelbar rechts auf die Autobahn und damit drei Meilen gradeaus führte.
Zurück im Retailpark probierten wir alle fünf Ausfahrten des ersten Kreisels, alle drei Ausfahrten des zweiten Kreisels und noch ein paar Kreuzungen und Kreisel mehr. Es gab Tesco, Shell, Matalan, Deichmann, ein Krankenhaus und ein Polizeihauptquartier, aber kein fucking Kino. Seltsame Stadt.
So blieb uns, da es jetzt eh schon zu spät gewesen wäre, nur die Irrfahrt zurück zum B&B.

Schlossknacker/Hausierer

Dundee, Montag, 23. 7.2007 - 11:48 GMT

Von Inverness aus trieb es uns direkt in die Arme der National Trust-Angestellten bei Brodie Castle, einem gut erhaltenen und noch relativ kürzlich bewohnten Schloss. Es hat seit seinem ursprünglichen Bau vor Jahrhunderten diverse Erweiterungen erfahren, die einen Rundgang zu einer Zeitreise nach der anderen werden lassen, da der nächste Raum fast jedes mal in einem anderen Jahrhundert erbaut wurde.
Wir nahmen an einer sehr detailreichen Führung durch das Gebäude Teil, die auch einige Zeit in Anspruch nahm.

Leider konnten wir, und das sollte noch öfter der Fall sein, drinnen keine Fotos machen, da die Blitzlichter schädlich für die mühsam konservierten Gemälde und anderen Gegenstände sind.

Nach unserem Besuch in Brodie Castle sollte es nun weiter nach Fyvie Castle gehen und das teilten wir auch unserem mehr oder weniger treuen Navigationsprogramm mit. Das war jedoch mehr schlecht als recht informiert und schickte uns 3km irgendeine staubige Straße hoch, die in einem schlammigen Feldweg neben einer Farm (niemand weiß, was für eine Farm) endete.
Einer der dort an irgendwas werkelnden Farmer (?) wies uns auf das mehr oder weniger Offensichtliche hin: „hier ist keine Straße”.

Umgedreht suchten wir uns unseren Weg zurück zu einer tatsächlich existierenden Straße und umfuhren das Problemgebiet weiträumig.
So kamen wir dann zu Fyvie Castle, wo wir uns selbst durch das Schloss führten und gleichzeitig eine Hochzeitsgesellschaft beobachten konnten, da diverse der besser erhaltenen Schlösser, die in der Obhut des National Trust sind, alternative Einnahmequellen nutzen müssen um die Kosten zu decken.

Aufgrund mangelnder Alternativen (Gärten bei Regen anzuschauen ist irgendwie öde) entschieden wir uns für Aberdeen - der Stadt aus Granit, wie uns später mitgeteilt wurde.

Es handelt sich bei Aberdeen um eine relativ große Stadt mit verhältnissmäßig wenigen B&Bs. Nach einigem Suchen in engen Gassen mit hohen Häusern fanden wir dann doch eins, das auch noch erstaunlich preisgünstig war, kehrten ein und fuhren in die Innenstadt, sowohl um zu dinieren, als auch unsere Unterhaltung abzusichern. McDonalds, Kino, Regen. Und Aberdeen spielt wirklich verrückt an einem Samstagabend. Das ist die Studenten- und Partystadt schlechthin.

Der nächste Morgen brachte zu unserem Bedauern nicht weniger viel Regen. Dafür aber Black Pudding, dessen Zubereitung wir nicht verhindern konnten. Pfuibäh! Anstandshalber ein kleines Stückchen probiert, runtergewürgt, mit viel Tee nachgespült und den Rest dezent liegengelassen.

Internet zu finden war unsere oberste Priorität, die einmal mehr zu einer netten Sightseeing-Tour durch diverse Wohngebiete wurde...

Drum Castle stand als nächstes auf dem Programm. Umgeben von einem Haufen Gärten, deren Besichtigung bei Regen nach wie vor eher unangenehm war, ist auch dieses Schloß gut erhalten, möbliert und zu besichtigen. Es ist das älteste erhaltene Schloss bzw. ehemals Burg, besteht es doch unter anderem aus einem alten Wachturm aus dem zwölften Jahrhundert mit stolzen drei Meter dicken Wänden. Aber natürlich sind auch wieder zahlreiche alte Möbel, Gemälde von unschätzbarem Wert, extrem teures, mehrere hundert Jahre altes Geschirr und alte Teppiche vorhanden.

Gleich nebenan befindet sich Crathes Castle, das nicht nur einen Garten, sondern gleich mehrere Gärten, Wälder und Wanderwege sein Eigen nennt. Auch dieses Schloss ist sehr gut erhalten und weist einige recht beeindruckende Räume auf.

Tatsächlich gibt es in der englischen Sprache keinen Unterschied zwischen Burg und Schloss. Das einzige Wort um die Dinger, die weder defensiv ausgerichteten Burgen noch prunkvolle Schlösser mit unzähligen kleinen Türmchen zu bezeichnen, scheint Grand House zu sein. Mehrere National Trust-Leute wussten es nicht besser zu erklären.

Zu eben einem solchen Grand House ging es als nächstes, dem House of Dun in der Nähe von Dun. Hier erschlichen wir uns einige Fotos (selbstverständlich ohne Blitz), als gerade niemand hinguckte. ;)

Da so ein Schlösschen schon einiges an Zeit frisst, machten wir uns anschließend auf den Weg nach Dundee, um dort eine Schlafgelegenheit zu finden - was sich als schwerer herausstellen sollte, als wir dachten. Denn gerade an diesem Wochenende waren in der Nähe die Open Golf-Meisterschaften, so dass von den paar wenigen B&Bs die wir fanden (unser Gastgeber meinte, wir hätten am falschen Ort geschaut, was durchaus sein kann) quasi alle ausgebucht waren. Letztendlich wurden wir dann doch noch fündig und bekamen ein Zimmer im Dachgeschoss mit Blick auf den Firth of Tay, mehr Betten als wir nutzen konnten und einem dekadent guten Badezimmer - hier wurde wohl frisch renoviert. Wir ließen den Abend dann mit unserem bisher vernachlässigten Brot und den diversen Belägen für selbiges ausklingen. smiley

Goth Sysadmins

Edinburgh, Dienstag, 24. 7.2007 - 11:03 GMT

Der Tag begann für uns mit der Feststellung, dass es draußen ausnahmsweise mal nicht regnete!
Dann gab's, passend zum Preis und dem bereits erwähnten exzellenten Zimmer, das bisher beste Frühstück. Zu der üblichen Auswahl an Cornflakes & co. gab es diverse Früchte, Obstsalat, Säfte und eine große Auswahl an Marmelade. Heller und dunkler Toast, ein zweites Würstchen statt Black Pudding und überhaupt einen ziemlich vollen Teller mit Full Breakfast.

Während Christian nach dem Essen zum Duschen nach oben ging, blieb ich noch einen Moment sitzen, um den restlichen Toast zu vernichten. Ich unterhielt mich mit der Landlady, und auch ihr etwas untersetzter, sehr freundlicher Mann setzte sich mit seiner Teetasse zu mir an den Tisch. Einer der anderen Gäste kam herein, fragte nach seiner Rechnung und löste damit einen ziemlich amüsanten Dialog aus.
Als der andere Gast gegangen war, äußerte ich, dass mich das gerade sehr an Fawlty Towers erinnert hat. FT ist eine alte Comedy-Serie die all die typischen Dinge in einem kleinen Hotel auf die Schippe nimmt.
Diese Äußerung ließ den guten Mann für einen Moment erstarren - ich dachte schon ich hätte ihn beleidigt - und in einen Monolog ausbrechen, in dem er ungefähr eine halbe Folge FT herunterzitierte. Wo war ich da bloß gelandet?
Ein durchaus amüsanter Start in den Tag.

Auf unserem Weg nach draußen zeigte uns der Landlord noch, wie man der Queen auf dem 10Ł-Schein durch bloßes Falten des Scheins einen Bart verpasst, erzählte uns, dass GTA, das Computerspiel dort entwickelt wurde und die Stadt generell ein großes Zentrum der Computer-Unterhaltungs-Industrie sei.
Außerdem gäbe es noch ein Viertel, in dem fast nur Goths wohnen, die aber alle Systemadministratoren seien - oder andersrum, er wollte sich da nicht ganz festlegen. ;)

Wir machten uns nun auf die Suche nach (anderer Leute) Internet und wurden erst relativ spät fündig, konnten dann aber doch noch alle nötigen Dinge erledigen.
Leider funktionierten die Fotos vom 22.07.07 nicht richtig, das haben wir nun behoben.

Unsere Reise führte uns nun zum Falkland Palace, einem mitten in einer kleinen Stadt gelegenen, teilweise zerstörten Burg-Schloss-Palast-Gebäude-Dings mit einiger Gartenfläche außen drum herum. Ursprünglich wurde natürlich die Stadt um die Anlage gebaut und nicht andersrum. Hier gab es außerdem noch den ältesten Tennisplatz der Welt zu sehen, auf dem nicht etwa unser heutiges Tennis, sondern das originale „Royal Tennis” gespielt wurde und wird. Das Spielfeld ist sehr unterschiedlich, die Punktezählung hingegen fast gleich - wir haben die Regeln abgelichtet und können sie Neugierigen sicher zukommen lassen.

Anschließend fuhren wir zum Hill of Tarvit Mansionhouse, das, wie der Name schon andeutet, keine Burg sondern ein Landhaus ist. Das tat dem Prunk jedoch keinen Abbruch, sowohl das drumherum (Gartenanlage, etc.) als auch das Interieur des Hauses waren sehr schön ausgeführt - nicht zuletzt, weil der Erbauer/Renovierer das Haus als Präsentationsfläche für seine Sammlung wertvoller Dinge (Bilder, Uhren, (Wand-) Teppiche, Geschirr, Möbel, ...) gestalten ließ.

Trotz des bereits weit fortgeschrittenen Tages (leider haben quasi alle Burgen, Schlösser & Häuseer, die man so besichtigen kann, nur bis um 17:00 offen) ging es noch nach Kellie Castle, durch das wir uns im Sauseschritt einmal durch bewegten - es hatte sowieso nicht so viele interessante Räume.

Eigentlich wollten wir danach, auch auf Grund der noch unpraktischeren Öffnungszeiten der nächsten angepeilten Ziele (von nah dran nach weit entfernt: 13:00, 14:00, 12:00), in Stirling für die Nacht einkehren, jedoch trickste uns ein neuer, nicht eingezeichneter Kreisel aus und die Straße führte uns stattdessen nach Edinburgh, Schottlands Hauptstadt.
Wie zu erwarten war, waren die Preise hier etwas höher als andernorts, trotzdem erwählten wir ein sehr hübsches B&B im Außenbezrirk Edinburghs als unsere Ruhestätte für diesen Abend. Dafür bekamen wir ein großes Zimmer mit zwei Betten, einem sehr genehmen Badezimmer, mehrere Unterhaltungen über Webseiten und deren Erstellung (die Frau sah so um die 65 aus, wir wunderten uns etwas), Frühstück nach unserer Wahl (hmmm lecker, mehr Speck, mehr Bohnen, weniger Kram den wir nicht wollen!) und diverse Navigationstipps zu Buchläden, Supermärkten, indischem Take-Away-Essen („Bombay Feast”, der Name war Programm) und auch zu einem Elektroladen...

Denn last but not least ist uns die 10A-Sicherung im Zigarettenanzünder-seitigen Stecker unseres Notebook-Netzteils (das für's Auto) durchgebrannt, so dass wir auf Batteriekraft vom letzten Schloss bis nach Edinburgh navigieren mussten (nicht so einfach, wenn man den Akku schonen will)...

Das werden wir heute aber zu korrigieren versuchen, denn wenn wir so eine Sicherung in Edinburgh nicht fänden, dann wüssten wir auch nicht, wo sonst. ;)

P.S.: Das spricht man übrigens „Eddinn-BLÜÄAERGH” aus. :P

geekstop.co.uk

Market Harborough, Donnerstag, 26. 7.2007 - 9:11 GMT

Wieder einmal kam nicht alles, wie geplant...
Obwohl wir es geschafft hatten, zu unserer Frühstückszeit (08:30) bereits geduscht zu haben (beide!), kamen wir nicht besonders früh los, denn:
Die sehr unterhaltungsfreudige B&B-Frau, die sowohl schon Webseite(n) betrieben hat, als auch für ihr B&B eine neue Seite erstellen lässt, machte uns ein Frühstück, das sich mit dem bisher besten (das mit Früchten etc. in Dundee) locker messen konnte. Dieses wollte natürlich genossen werden, also taten wir das, ohne einen Krümel zu hinterlassen.
Da wir am Vorabend bereits diverse Themen angeschnitten hatten - unter anderem auch das Vorhandensein eines WLANs - konnten wir uns in direkt in unserem B&B Internet erschnorren - Luxus. :>
Julien ließ es sich nicht nehmen, unserer Gastgeberin sowohl unsere Seite als auch diverse andere ausgiebig zu zeigen, ihr ein paar Buchtipps zu geben, etc. etc.
Für sie sicherlich interessant und aufschlussreich, für mich die ideale Gelegenheit, endlich meine Postkarten zu beschriften und versandfertig zu machen.

Die Gastgeberin sagte am Abend vorher noch „getting an early start, I see” - als wir um 12:30 oder so losfuhren, sah das irgendwie anders aus.
Dafür wussten wir dank relativ genauer Auskünfte, wo wir (für mehrere Dinge) hin mussten, waren gesättigt und waren sogar noch vor'm Losfahren unsere Postkarten losgeworden.

Als erstes besuchten wir ein Supermarkt-Center, fast wie eine Mall, nur alles als einzelne Gebäude ausgeführt. Hier füllten wir unsere Mampf- und Trinkvorräte auf. Außerdem fragten wir bei Curry's nach Sicherungen (für unseren Stromadapater) - Fehlanzeige.
Wir wurden weiter geschickt zum Baumarkt nebenan, der sowas auch nicht hatte, aber einen Modellbauladen in der Innenstadt von Edinburgh erwähnte, der sowas eventuell haben könnte. Also begaben wir uns dort hin.

Der Parkplatz war teuer, aber fast direkt in der Innenstadt, also nahmen wir das in Kauf, da wir sowieso einige Dinge zu erledigen gedachten.
Zuerst ging es zum Modellbau-Laden - Fehlanzeige - der uns zu einem Elektroladen weiterschickte, den uns die B&B-Lady bereits empfahl.
Da wir nicht zurück zum Auto laufen wollten, da die Parkzeit in 2-Stunden-Blöcken gemessen wird, begaben wir uns zu Fuß auf die Reise, was sich später noch rächen sollte.
Vor Ort fanden wir endlich jemanden, der hatte, was wir suchten. Jedoch war die Sicherung wohl seltenerer Natur (Hallo Papa: T10A250V? Träge, 10A max. bei 250V?), jedenfalls dauerte es eine Weile, bis der nette Mann uns mit relativer Sicherheit eine relativ passende Ersatzsicherung verkauft hat.

Nächster Stopp sollte ein Buchladen sein, jedoch fing es auf unserem Rückweg in die Innenstadt sehr spontan an zu regnen, so dass wir uns für 5 Minuten in einem Hauseingang unterstellen mussten. Halb durchgenässt gingen wir nach diesem Schauer weiter, bis Julien eine Starbucks-Filiale erblickte (eine von mindestens 5 auf den 3 Straßen die die Innenstadt ausmachen) und sich dort umgehend einen heißen Kaffee beschaffte. Kurze Zeit später waren wir wieder in der Innenstadt und suchten den erstbesten Buchladen auf, wo wir auch mehr als fündig wurden (unser armer Kofferraum :D)...

Noch ausstehend war damit ein Besuch in einem Reisebüro, da wir für die Rückfahrt eine längere Fähre zu gunsten einer kürzeren Autofahrt in Betracht gezogen hatten. Nachdem wir jedoch bei zwei Reisebüros Auskünfte dieser Art eingeholt hatten, wurde uns schnell klar, dass der Ferienstart in England uns hier einen Strich durch die Rechnung machen würde, da die Preise im Moment viel zu hoch sind.

Also machten wir uns auf den Weg um morgen Vormittag mehr Zeit für Lindisfarne zu haben und weil B&B in Edinburgh so teuer ist. Unterwegs gab erneut unser Netzteil den Geist auf, grml.
Glücklicher Weise kamen wir in einem relativ kleinen Ort erneut an einem Retail Park vorbei, in dem auch Curry's erneut vertreten war. Da es bei Curry's aber keine Sicherungen gibt und Zigarettenanzünder -> Notebook in England ziemlich schwer zu kriegen und teuer ist, schickte man uns, nachdem man großzügig unsere Sicherungen durchgemessen und für kaputt befunden hatte, nach Nebenan in einen Autoteilemarkt ähnlich ATU. Der etwas kompetentere Verkäufer dort fand heraus, dass in deren Sortiment zwar Sicherungen dieser Art sind, jedoch nicht genau die, die wir brauchten. Also machten wir eine Neuanschaffung (erneut, das ist mittlerweile das 5. Notebook-Netzteil seit 2002), diesmal einen richtigen Inverter (Zigarettenanzünder -> Steckdose).
Nun geht's wieder und wir hoffen, dass es so bleibt. (Notiz an selbst: Zu Conrad gehen und Stress machen)

Wir kehrten nach einer längeren Geradeaus-Fahrt irgendwann in einem Dorf in einem B&B ein, in dem wir sogar eine eigene Chill-Lounge (quasi unser eigenes Wohnzimmer) hatten. Diese nutzten wir sogleich, um ein wenig in den neuen Büchern zu stöbern, Tee zu trinken, dieses Update und unsere Rückfahrt vorzubereiten und zu chillen.

Google this: Torness Power Station

For Odin!

Market Harborough, Donnerstag, 26. 7.2007 - 9:13 GMT

Da dieses Update evtl. gleichzeitig mit dem von Dienstag seinen Weg hierher gefunden haben könnte, guckt bitte auch einen Eintrag weiter nach unten, ob Ihr „geekstop.co.uk” schon gelesen habt!

Der Mittwoch begann früh für uns, da wir noch vor der Flut via Straße (bei Flut... überflutet) nach Lindisfarne, bzw. Holy Island fahren wollten.
Also säuberten wir uns, aßen und sammelten unseren Kram ein und machten uns auf den Weg, neun Meilen in die „falsche” Richtung.

Vor Ort führte uns eine sehr schmale Straße über eine sehr schmale Brücke, die das selbe Höhenniveau wie die Straße hatte und somit nur ein paar Centimeter über dem Meeresspiegel lag.
Außerdem durften wir feststellen, dass die Burg erst ab 12:00 für Besucher offen sein würde, so dass wir uns umgehend auf der Insel umsehen konnten. Dabei kamen ein paar letzte Postkarten, etwas Klimbim, Fotos und Eindrücke der Insel bei herum. Nachdem wir auf diesem Wege die Kapelle von Innen und die Abtei von außen gesehen hatten, begaben wir uns nun in die im frühen 20. Jahrhundert zu einem bewohnbaren Landhaus umgebaute Burg.

Leider gab es hier nicht all zu viel zu sehen, unter anderem wohl auch dadurch bedingt, dass der Platz oben auf einem großen Felsbrocken begrenzt ist. Einige Räume, die in den bisher besichtigten Objekten stets vorhanden waren, fehlten hier, einige anderen waren deutlich spartanischer ausgeführt. Über die Vikinger-Invasion (die erste von vielen) gab es hier auch nichts zu erfahren (nur im aus einem Raum bestehenden örtlichen Museum, das fast mehr Eintritt verlangte, als Nicht-National Trust-Mitglieder für die Burg bezahlen müssen).

Um 13:15 war die Flut weit genug der Ebbe gewichen, dass wir uns von der Insel begeben konnten - wir waren seit 10:10 da.
Von hier aus machten wir uns auf den Weg, ein richtiges Landhaus in der Nähe von Morpeth (ein prima Name für eine Death Metal-Band?) anzusehen, das diesem Namen auch deutlich besser gerecht wurde. Räume voll mit Möbeln, Bildern, Wandteppichen, Stickereien, Porzellan, Teppichen - und Besuchern. Hier konnten wir uns noch einmal so richtig satt sehen und dies sogar in gut erhaltenem Zustand, da dieses Haus bis 1951 bewohnt war und dann dem National Trust gespendet wurde.

Damit war unser am Vorabend geplantes Programm zu zwei Dritteln absolviert und wir schoben eine kurze Nahrungspause ein - unser neues Brot musste dran glauben.
Anschließend trieb uns unsere Route zu guter Letzt auf den schlechten englischen Abklatsch einer Autobahn, wo wir mit ganzen 112km/h in den verbliebenen Abendstunden bereits einen Teil unseres Rückweges bestritten.

So ganz konnten wir uns allerdings nicht entscheiden, wo wir denn eigentlich hinfahren sollten. So führte uns unser Weg erst Richtung Lincoln, dann aber doch gleich nach Nottingham. Und wo man schonmal dort war, konnte man doch auch gleich noch 50km weiter nach Leicester fahren, um in dieser Hochburg indischer Neuzeitkolonialisten (die Stadt ist quasi ausschließlich von Indern bewohnt) den großen Bruder von Bombay Feast zu suchen und nochmal so richtig reinzuhauen.
Leider hatten wir nicht bedacht, dass es in Leicester keine B&Bs gibt. Und auch keine Hotels. Nichtmal eine Touristen-Information. Entweder sind die Ausländern gegenüber dort extrem unfreundlich oder es gibt tatsächlich einfach nichts zu sehen.

Notgedrungen fuhren wir, ohne uns mit indischen Leckereien a la Chicken Vindaloo („It is very hot, you know, yes?”) vollgefressen zu haben, weiter Richtung Süden in die nächste kleinere Stadt.
In den dazwischenliegenden Dörfern hatten wir kein Glück und die Uhr tickte unaufhaltbar weiter. Um 21:30 noch ein privat betriebenes B&B zu finden ist ziemlich schwierig, da die Leute wohl besseres zu tun haben als ausgerechnet auf uns zu warten. Wir entschieden also, dass ein Hotel genügen sollte.

Jetzt sindwir in einem Hotel in Market Harborough, das mit Ł 27,50 gar nicht mal so übel ist.
(Das Frühstück war einem Hotel leider nicht würdig...)

A ferry tale

Hannover, Freitag, 27. 7.2007 - 3:21 GMT

Wlan im Hotel, welch Luxus. Ein kleiner Ausgleich für das wirklich miserable Frühstück. Tee zum selber aufgießen mit Teebeutel und einem Heißwasserspender der einer Friedhofspumpe Konkurenz machen konnte, verklumpte Kaffeesahne die im Tee (der eh viel zu stark gewesen wäre, weil keine Uhr) gerinnt, eine Serviererin mit eigenem Gravitationsfeld und pekig schmutziges Geschirr.

Dover sollte das Ziel sein, und wir machten uns sogleich wagemutig auf den Weg. Einige Stunden später, quasi kurz nach Mittag, erreichten wir die befestigte Hafenstadt die schon in so manchem Krieg als Basis gedient hat.
Erster Halt: Hafen. Welche der drei Fährlinien uns wohl die günstigste Überfahrt verkaufen würde? Der eigentliche Plan war, eine Fähre früh morgens am Freitag zu nehmen, da diese wohl recht billig sein würde, und die Nacht in einem B&B zu verbringen, um dessen Beschaffung wir uns später kümmern wollten.

Seafrance wollte für eine Fähre mitten in der Nacht (2h) etwa Ł 75 haben. Nein Danke. Bei P&O war die Schlange enorm lang. Auch nicht das Wahre, da die ohnehin immer teurer sind als Seafrance. Blieb noch Norfolk Line, die uns ja auf der Hinfahrt in Dunkerque gefoppt hatte, da es Samstags keine 16h Fähre gab. Diesesmal sollte sich Norfolk Line aber doch als die richtige Wahl herausstellen. Das Buchen sei allerdings per Telefon viel günstiger, teilte uns die Dame mit, und vorreservieren könne man am Schalter garnicht.
Ein kurzes Telefonat verriet uns, dass wir ein Internet-Cafe benötigten. Also hieß es jetzt, durch die Stadt zu rennen. In der Bücherei wurden wir fündig und fanden heraus, dass es tatsächlich für 18h noch am selben Tag eine Fähre gab, die mit Ł 43 genau unseren Preisvorstellungen entsprach.
Dummerweise war der Rechner in der Bücherei so langsam, dass er eine Buchung in der uns verfügbaren Zeit unmöglich machte.

Da auch eine Nahrungsaufnahme unumgänglich erschien, verfügten wir uns zu McDonald's und tafelten reichlich. Während meine Pommes erkalteten telefonierte ich ein weiteres mal mit der Norfolk Line um unsre Verschiffung zu sichern.
Die gute Frau, mit meiner Buchstabierung eines gewissen Weges in Devese sichtlich überfordert, laß meinen Nachnamen fehlerfrei vor, was mich sehr verwunderte, hatte sie doch Polo zuerst nicht verstanden, weil ich es deutsch ausgesprochen hatte.

Nach der erfolgreichen Befüllung unsererselbst begaben wir uns zu einem Tesco Superstore (Supermarkt) um einen großen Vorrat an Tee sowie koffeeinhaltigen Getränken für die Heimreise zu erstehen.
Als auch dies geschafft war, stellten wir fest, dass noch mehr als eine Stunde bis zum Check In zu erschlagen war.
Was lag da näher, als einmal mehr von unseren rosanen Bezahl-Durchschlägen vom NTS gebrauch zu machen, und ein wenig ziellos auf den weißen Klippen von Dover herumzuwandern.

Schließlich war die Zeit reif und wir begaben uns zurück zum Auto, entknoteten unser Haar (es war nicht untereinander verknotet) und fuhren Richtung Hafen. Genauer gesagt in die andere Richtung, nähmlich den kurzen Weg quer durch die Stadt, an den ich mich noch erinnern konnte.
Dummerweise war da ein ziemlich übler Stau, den wir mit einem eher uneleganten Wendemaneuver und einer etwas längeren Fahrt über die ursprüngliche Richtung geschickt umfuhren um gerade noch rechtzeitig am Hafen anzukommen, wo man uns direkt durch die Passkontrolle winkte, da man die blöden Deutschen, die sowieso viel besser Fussball spielen als die Engländer, scheinbar möglichst schnell loswerden wollte.
Der Mann vom Zoll sah das allerdings anders und schickte uns in seine Hütte, wo ich den Kofferraum öffnen (er sagte, er dürfe das nicht selbst, denn es könnte ja was kaputtgehen und wir könnten ihn verklagen und weil er so schlecht verdiene wäre er dann am Arsch) und ihm zeigen durfte, dass wir weder Kinder noch Waffen (und auch keine Schafe) mitführten.

Lustigerweise stellte der Franzose am Check In, als er meinen Ausweis ansah, fest, dass mein Nachname ja französisch sei. Ich erwiderte, dass das möglich sei, da meine Vorfahren wohl nach Preußen geflohen sein. Dann müssen sie wohl Protestanten gewesen sein, stellte er fest, und gab wies uns eine Wartespur zu.
Komische Leute gibts...

Auf dem Schiff angekommen waren wir überwältigt von dessen Neuheit. Wir dachten ursprünglich, Norfolk Line wäre so günstig, weil die Schiffe so alt und schäbig waren. Was für ein Irrtum.
Das Schiff war modern, sauber und geräumig. Viel mehr Chillfläche als bei P&O. Auch viel mehr Außendeck. Das erstreckte sich hier über zwei Ebenen und hatte sogar einen überdachten Bereich mit Tischen.
Wir verbrachten die zwei Stunden Fahrt (45 Minuten länger als nach Calais) mit lesen, obschon ich mich wunderte, warum so viele der wenigen Passagiere mit Laptops herumhantierten. Als das Schiff gerade am Anlegen war, fragte ich den Menschen neben uns, was er da mache. „Yes, they have free Wifi.” Narf. Warum schreiben die das denn nirgends hin?!

Es bleibt zu bemerken, dass Norfolk Line erheblich günstiger als die beiden Mitbewerber aus Calais ist. Wir empfehlen daher jedem der die Britischen Inseln besuchen möchte, von Dünkirchen aus abzufahren!

EInen großen Teil der Fahrt lasse ich jetzt mal weg, da ich ohnehin schon viel zu viel geschrieben habe.
Momentan befinden wir uns, um kurz vor 3h morgens, in der Nähe von Bielefeld auf der bundesdeutschen Autobahn, deren Richtgeschwindigkeit von 130km/h leider dank Mittelengland-würdigen Regengüßen utopisch weit über unserer tatsächlichen Geschwindigkeit liegt.

Aufgrund meiner zunehmend starken Müdigkeit (eigentlich wollte ich jetzt schlafen und nicht schreiben) sitzt Christian nun zum ersten Mal hintern Steuer - nach immerhin gut 4300km.

So, heile angekommen. Liebe Mama Wiese, wir erwarten, wie es sich für ein gutes B&B gehört, natürlich ein reichhaltiges Frühstück. smiley