Goth Sysadmins
Der Tag begann für uns mit der Feststellung, dass es draußen ausnahmsweise mal nicht regnete!
Dann gab's, passend zum Preis und dem bereits erwähnten exzellenten Zimmer, das bisher beste Frühstück. Zu der üblichen Auswahl an Cornflakes & co. gab es diverse Früchte, Obstsalat, Säfte und eine große Auswahl an Marmelade. Heller und dunkler Toast, ein zweites Würstchen statt Black Pudding und überhaupt einen ziemlich vollen Teller mit Full Breakfast.
Während Christian nach dem Essen zum Duschen nach oben ging, blieb ich noch einen Moment sitzen, um den restlichen Toast zu vernichten. Ich unterhielt mich mit der Landlady, und auch ihr etwas untersetzter, sehr freundlicher Mann setzte sich mit seiner Teetasse zu mir an den Tisch. Einer der anderen Gäste kam herein, fragte nach seiner Rechnung und löste damit einen ziemlich amüsanten Dialog aus.
Als der andere Gast gegangen war, äußerte ich, dass mich das gerade sehr an Fawlty Towers erinnert hat. FT ist eine alte Comedy-Serie die all die typischen Dinge in einem kleinen Hotel auf die Schippe nimmt.
Diese Äußerung ließ den guten Mann für einen Moment erstarren - ich dachte schon ich hätte ihn beleidigt - und in einen Monolog ausbrechen, in dem er ungefähr eine halbe Folge FT herunterzitierte. Wo war ich da bloß gelandet?
Ein durchaus amüsanter Start in den Tag.
Auf unserem Weg nach draußen zeigte uns der Landlord noch, wie man der Queen auf dem 10Ł-Schein durch bloßes Falten des Scheins einen Bart verpasst, erzählte uns, dass GTA, das Computerspiel dort entwickelt wurde und die Stadt generell ein großes Zentrum der Computer-Unterhaltungs-Industrie sei.
Außerdem gäbe es noch ein Viertel, in dem fast nur Goths wohnen, die aber alle Systemadministratoren seien - oder andersrum, er wollte sich da nicht ganz festlegen. ;)
Wir machten uns nun auf die Suche nach (anderer Leute) Internet und wurden erst relativ spät fündig, konnten dann aber doch noch alle nötigen Dinge erledigen.
Leider funktionierten die Fotos vom 22.07.07 nicht richtig, das haben wir nun behoben.
Unsere Reise führte uns nun zum Falkland Palace, einem mitten in einer kleinen Stadt gelegenen, teilweise zerstörten Burg-Schloss-Palast-Gebäude-Dings mit einiger Gartenfläche außen drum herum. Ursprünglich wurde natürlich die Stadt um die Anlage gebaut und nicht andersrum. Hier gab es außerdem noch den ältesten Tennisplatz der Welt zu sehen, auf dem nicht etwa unser heutiges Tennis, sondern das originale „Royal Tennis” gespielt wurde und wird. Das Spielfeld ist sehr unterschiedlich, die Punktezählung hingegen fast gleich - wir haben die Regeln abgelichtet und können sie Neugierigen sicher zukommen lassen.
Anschließend fuhren wir zum Hill of Tarvit Mansionhouse, das, wie der Name schon andeutet, keine Burg sondern ein Landhaus ist. Das tat dem Prunk jedoch keinen Abbruch, sowohl das drumherum (Gartenanlage, etc.) als auch das Interieur des Hauses waren sehr schön ausgeführt - nicht zuletzt, weil der Erbauer/Renovierer das Haus als Präsentationsfläche für seine Sammlung wertvoller Dinge (Bilder, Uhren, (Wand-) Teppiche, Geschirr, Möbel, ...) gestalten ließ.
Trotz des bereits weit fortgeschrittenen Tages (leider haben quasi alle Burgen, Schlösser & Häuseer, die man so besichtigen kann, nur bis um 17:00 offen) ging es noch nach Kellie Castle, durch das wir uns im Sauseschritt einmal durch bewegten - es hatte sowieso nicht so viele interessante Räume.
Eigentlich wollten wir danach, auch auf Grund der noch unpraktischeren Öffnungszeiten der nächsten angepeilten Ziele (von nah dran nach weit entfernt: 13:00, 14:00, 12:00), in Stirling für die Nacht einkehren, jedoch trickste uns ein neuer, nicht eingezeichneter Kreisel aus und die Straße führte uns stattdessen nach Edinburgh, Schottlands Hauptstadt.
Wie zu erwarten war, waren die Preise hier etwas höher als andernorts, trotzdem erwählten wir ein sehr hübsches B&B im Außenbezrirk Edinburghs als unsere Ruhestätte für diesen Abend. Dafür bekamen wir ein großes Zimmer mit zwei Betten, einem sehr genehmen Badezimmer, mehrere Unterhaltungen über Webseiten und deren Erstellung (die Frau sah so um die 65 aus, wir wunderten uns etwas), Frühstück nach unserer Wahl (hmmm lecker, mehr Speck, mehr Bohnen, weniger Kram den wir nicht wollen!) und diverse Navigationstipps zu Buchläden, Supermärkten, indischem Take-Away-Essen („Bombay Feast”, der Name war Programm) und auch zu einem Elektroladen...
Denn last but not least ist uns die 10A-Sicherung im Zigarettenanzünder-seitigen Stecker unseres Notebook-Netzteils (das für's Auto) durchgebrannt, so dass wir auf Batteriekraft vom letzten Schloss bis nach Edinburgh navigieren mussten (nicht so einfach, wenn man den Akku schonen will)...
Das werden wir heute aber zu korrigieren versuchen, denn wenn wir so eine Sicherung in Edinburgh nicht fänden, dann wüssten wir auch nicht, wo sonst. ;)
P.S.: Das spricht man übrigens „Eddinn-BLÜÄAERGH” aus. :P




